Tom Esser M.Sc.
Osteopath D.O. M.R.O.
und Heilpraktiker
Britischer Osteopath GOC
Mitglied von VOD/AAO/GOC

Publikationen

Automatic Shifting

Alice R. Paulson D.O., erschienen in "DO" Deutsche Zeitschrift für Osteopathie, 4/2005

 

Auf dem Weg zu meinem wöchentlichen Besuch zu Dr. Sutherland ging ich nochmals die Notizen meines Seminars und der Arbeitsgruppe in St. Peters des letzten Monats durch. Es war sehr schwer sich vorzustellen, dass man durch das Dirigieren der Fluktuation der zerebrospinalen Flüssigkeit (CSF) einen Austausch der Körperflüssigkeiten bekommen könnte. Ich konnte nicht ganz verstehen, wie lange es dauert bis dieser Prozess beginnt. Rein durch die Einleitung der lateralen Fluktuation durch eine alternierenden Bewegung der Temporal Knochen in Außen- und Innenrotation. Um etwas Licht in dieses Thema zu bringen, entschied ich, meinen Lehrer zu fragen. Die Antwort wurde mir in unerwarteter Weise gegeben.

Als ich Dr. Sutherlands Büro betrat, welches lange Zeit mein Klassenzimmer war, lag er auf dem Behandlungstisch. Sein Gesicht, seine Lippen und seine Ohren zeigten eine ungewöhnliche Farbe, ein Lavendel-purpurartiges Blau. Ich war ziemlich erschrocken, weil ich diese Verfärbung nie vorher beobachtet hatte. Ich fühlte seinen Puls, der sich zum Glück als normal erwies. Ich setzte mich auf den Schemel am Kopfende des Tisches, beobachte Dr. Sutherland und brachte mich in eine Rezeptive Stimmung, so wartete Ich auf einen neuen Impuls. Nach einer Weile stellte ich die Frage, wie man eine laterale Fluktuation der Rückenmarksflüssigkeit zu einer longitudinal Fluktuation ändert, um einen kompletten Austausch der Körperflüssigkeiten durchzuführen und wie lange es dauern würde.

Ich leitete eine laterale Fluktuation der zerebrospinalen Flüssigkeit ein, durch die alternierende Rotation der beiden Os temporale. Dies machte ich so lange, bis ich fühlte, dass der "Motor" startete und die Flüssigkeit aus eigenem Antrieb weiter strömte. Ich ließ dies geschehen, verweilte noch eine Weile mit meinen Händen auf seinem Körper und wartete auf eine Veränderung.

Nach sehr kurzer Zeit fühlte ich drei kräftige, sehr eindeutige und starke Wellen am unteren Anteil des Os occipitale, genauer, in der Region der Medulla- und Cisterna magna. Jedes Mal ein bisschen weiter aufwärts, gefolgt von einer eindeutigen Expansion und Kontraktion des vierten Hirnventrikels.

Dann fing Dr. Sutherland an, zu beschreiben, was er beobachtete hatte - jeder Schritt konnte einfach und definitiv von meiner sensomotorischen und propriozeptiven Wahrnehmung verfolgt werden. Diese drei Wellen waren eindeutig mit guter Amplitude und ohne Unterbrechung oder Störung. Ich fühlte eine Erweiterung des Foram magnum, das von einer Korrektur der Verschiebung des rechten Pars condylaris mit dem Pars basilaris des Os occipitale gefolgt wurde. Danach arbeitete eine diagonale Fluktuation am Pars petrosus des Os temporale und korrigierte letztendlich eine chronische Läsion des rechten Os temporale. Dadurch verschwand der Schmerz im zervikalen Bereich, der laut der Patientenunterlagen schon seit vier Jahren bestand. Durch weiteres "automatic shifting" der Flüssigkeit wurden auch der Oberkiefer und die anderen Gesichtsknochen reguliert.

Als, durch das Urteil der zerospinal Flüssigkeit, die Schädel und Gesichtsknochen zufrieden stellend gerichtet waren, fuhr das "automatic shifting" im Rest des Körpers fort. Nachdem eine Rippenblockade behoben war, konzentrierte sich die Aktivität auf die Lendenwirbelsäule und anderen Bereiche der Wirbelsäule. Während dieses Prozesses zentrierte sich die Fluktuation fühlbar in der Mitte des Schädels. Wir wurden über das Ende der Behandlung informiert, da es nach einer Weile zu einem Stillpunkt gekommen war, der von einer langen, voluminösen, sanften und gleichmäßigen Welle gefolgt wurde in longitudinaler Richtung.

Dr. Sutherland erhob sich vom Behandlungstisch mit dem Wunsch, "schreiben sie alles auf". Ich sagte, ich habe nichts getan.

"Oh, doch", antwortete er. "Sie leiteten die lateral Fluktuation der cerebrospinalen Flüssigkeit durch den so genannten "Pussy-foot" ein, indem Sie die temporal Knochen in Innenrotation hielten. Diese Methode lernte ich bei Dr. Sutherland in meiner ersten Stunde des Kranialkonzepts.

Mit dem gelernten in meinem Kopf wendete ich die Technik am nächsten Tag in meiner Praxis an. Es funktionierte gleichmäßig gut bei anderen Patienten mit ähnlichen zufrieden stellenden Resultaten. Einige erzählten, was sie empfanden während der Behandlung. Alle waren begeistert von den Ergebnissen. Das zeigt, dass diese Methode eine der effektivsten und einfachsten Behandlungen ist und sich in vielen Fällen anwenden lässt. Versuchen Sie es auch.

Le Mars, Iowa.

 

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