Tom Esser M.Sc.
Osteopath D.O. M.R.O.
und Heilpraktiker
Britischer Osteopath GOC
Mitglied von VOD/AAO/GOC

Publikationen

OSTEOPATHIE - Der sanfte Weg

Aufsatz für die Zeitschrift "Lebenskraft"

 

Die Osteopathie ist in den letzten Jahren immer populärer geworden, vor allen Dingen bei Patienten mit chronischen Erkrankungen, die mit herkömmlichen Methoden wenig oder gar keinen Erfolg auf Heilung oder Linderung ihrer Beschwerden haben. Osteopathie ist ein wissenschaftlich fundierter Medizinzweig, der seit ca. 100 Jahren in den USA besteht und anerkannt ist.

Die Philosophie, die durch Dr. Still 1874 entwickelt wurde, beruht auf einer manuellen Untersuchung und Behandlung ohne chirurgische oder medikamentöse Hilfsmittel.

Der Mensch wird als Ganzes betrachtet und es wird nicht nur sein Symptom oder seine Erkrankung gesehen. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch seine eigene innere Apotheke besitzt und dass durch gezielte, sanfte Manipulation körpereigene Stoffe wie z.B. Hormone und Enzyme aktiviert werden und damit die Selbstheilungskräfte stimuliert werden.

Der Begründer der Osteopathie, Dr. Still, erkannte die Interaktion zwischen der reibungslosen Funktion des Bewegungsapparates und der Gesundheit des Menschen. Das heißt, wenn beispielsweise die Wirbelsäule eingeschränkt oder verschoben ist, wird auch die Funktion der Nerven und der Organe, die sie versorgen, verändert. Durch eine sanfte osteopathische Manipulation kann die Wirbelsäule wieder in ihre richtige Position gebracht werden und damit normalisiert sich die Funktion der Nerven und auch der entsprechenden Organe und das Symptom ist verschwunden.

Wie eng Struktur und Funktion miteinander verflochten sind, zeigt folgendes Beispiel:
Vor kurzem kam ein Patient mit einer akuten Lumbalgie (große Schmerzen im Lendenwirbelbereich). Der Besuch bei einem Orthopäden ergab keinen Befund, die Schmerzen aber blieben. Auch verschiedene andere Behandlungsmethoden blieben erfolglos. Eine nähere Untersuchung meinerseits ergab eine Verklebung und einen venösen Stau an der Ileozökal-Klappe, dem Übergang zwischen Dünn- und Dickdarm, was der Patient selber an einer harten Stelle am Bauch merkte. Diese harte Stelle war äußerst druckempfindlich und durch Druck auf diese Stelle konnten die Schmerzen im Rückenbereich verstärkt werden. Durch eine gezielte lokale Manipulation mit den Händen durch die Bauchdecke konnte diese Verklebung gelöst werden und der Patient verspürte sofort eine Erleichterung und nach weiteren zwei Tagen waren die Rückenschmerzen völlig verschwunden, ohne dass eine weitere osteopathische Behandlung nötig gewesen wäre.

Dies war ein Beispiel für eine akute Erkrankung, die in der Regel mit ein bis drei osteopathischen Behandlungen behoben werden kann. Aber auch bei chronischen Erkrankungen wie z.B., Atemwegserkrankungen, Asthma oder Allergien ist der osteopathische Ansatz sehr erfolgreich; in der Regel werden die Patienten in monatlichen Abständen behandelt, wobei nach 3-4 Behandlungen eine deutliche Besserung zu erkennen ist. Häufig sind diese Erkrankungen auch reversibel.

Schon Dr. Still sagte "osteopathy is the king of asthma". Asthma ist ein gutes Beispiel für das Ungleichgewicht von Struktur und Funktion. Asthma ist ein Symptomkomplex, der durch verschiedene genetische, psychische, körperliche und Umwelt-Faktoren hervorgerufen wird. Bis auf den genetischen Aspekt, kann der Osteopath alle Faktoren positiv beeinflussen.

Durch Behandlung des vegetativen Nervensystems werden die Verschleimung und die Bronchialverkrampfung gelöst, die Atmung wird verbessert durch Behandlung des Zwerchfells, der Atemhilfsmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit der unzähligen Gelenke im Brustkorb. Asthma geht häufig einher mit Allergien, die von einer schlecht funktionierenden Schleimhaut im oberen Atemtrakt herrühren. Durch eine gezielte Stimulation des Hauptnervengeflechts für die Schleimhäute des oberen Atemtraktes können die Schlaumhäute wieder besser funktionieren und Fremdstoffe und Allergene besser abwehren. In den USA gibt es Untersuchungen, daß folgende 5 Organe wichtig sind für die Stressverarbeitung und damit auch für die Allergieabwehr: Hypophyse, Thymus, Leber, Milz und Lymphsystem und die Nebennieren. Durch gezielte Stimulation dieser Organe werden deren Funktion und damit die Stressabwehr verbessert und der Körper kann somit die Allergene besser abwehren.

Genauso wichtig wie die strukturelle Behandlung ist es auch, auf das psychisch-emotionale Befinden, und auf die Ernährung (keine Kuhmilchprodukte und kein Zucker bei Asthma,) einzugehen. Außerdem werden Umweltfaktoren in das Gesamtbild mit einbezogen, z.B. das Vermeiden von allergieauslösenden Stoffen (Weichmacher in PVC, Spielzeug und Gebrauchsgegenständen etc.) und Zusätze in Nahrungsmitteln (Konservierungs- und Farbstoffe).

Ein Grundprinzip in der Osteopathie ist, dass der Therapeut die Selbstheilungskräfte stimuliert, so dass die Heilung von innen heraus geschieht und die aktive Teilnahme des Patienten fordert.
Der Patient ist mitverantwortlich für die Heilung und bekommt auch häufig "Hausaufgaben" in Form von speziellen Gymnastik- und Atemübungen. Die meisten Patienten berichten, dass sie die osteopathische Behandlung neben ihrer Wirksamkeit als sehr wohltuend und entspannend empfinden. Osteopathie ist noninvasiv und während der Behandlung sollte der Patient keine Schmerzen verspüren. Deshalb ist diese Therapieform auch bei Säuglingen gut anwendbar und bei Kindern sehr beliebt.

Tom Esser M.Sc. Gründer und Leiter des OZKs



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